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Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde
St. Lukas
Hamburg - Fuhlsbüttel
 

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Das neue Jahr startet mit einer Reihe von Nachrichten, die uns beunruhigen. Eine Symbolkraft geht dabei von der „Costa Concordia“ aus. Mit mehr als 4200 Passagieren am Bord kenterte das Kreuzfahrtschiff am 13. Januar vor der toskanischen Küste. Die Welt ist auf einem Schlingerkurs, darauf jedenfalls scheinen uns alle Zeichen der Zeit hinzuweisen.
Ein Schiff, das auf einen Hafen zusteuert, und trotz Wellen und Ungewitter sicher ins Ziel kommt, ist uns dagegen ein Bild für Geborgenheit und Zuflucht. Es ist auch ein Bild für das Leben selbst: für den Aufbruch, die Reise und die Ankunft.
In der Kirche ist das Schiff ein sehr altes Symbol. Gemeinsam sind die Glaubenden im Meer der Zeit unterwegs. Und dieses Bild ist durchaus zwiespältig, denn das „Meer der Zeit“ wird wie die „Urflut“ der Hebräischen Bibel als Bedrohung gesehen. Hiergegen müsse sich der Christ wappnen und abschotten, sagt uns das Bild vom sicheren Schiff.
Das Schiff steht in der Kirche aber auch für Maria. Sie trägt in ihrem Leib den Jesus in die Zeit, der die Welt erlöst. Hiervon singt das alte Lied der Adventstradition: „Es kommt ein Schiff geladen“, das in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges entstand. In diesem alten Lied von der Menschwerdung Gottes liegt der Schwerpunkt nicht darauf, dass das Schiff die Reisenden abschottet gegen „das Meer der Zeit“. Sein Brennpunkt liegt vielmehr in einem Gott, der sich auf das Risiko des Lebens in der Zeit einlässt: „der Anker haft auf Erden, da ist das Schiff an Land, das Wort will Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt“-  und: „zu Bethlehem geboren, im Stall ein Kindelein, gibt sich für uns verloren, gelobet muss es sein.“ Es ist der nicht-gewaltsame und nicht-absolute Gott, der hier besungen wird. Es ist Gott, der in der Schwäche zur Welt kommt.
„Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ oder in anderer Übersetzung „denn meine Kraft vollendet sich in der Schwäche.“ lautet die Jahreslosung für 2012. Es geht dabei nicht um Schutz und Trutz und Abschottung gegen die Welt. Nein, Gott lässt sich ein auf die Welt gerade auch in ihrem Scheitern und Schlingern, in ihrer Unsicherheit und ihrem Fragen. Gott lässt sich ein auf uns.

Ihre Petra Roedenbeck-Wachsmann